Oberhalb des Flüsschens Goldach, zwischen Dorfen und Isen, liegt in der Ortsmitte die bedeutende gotische Anlage der Wallfahrtskirche St. Wolfgang. Der stattliche Kirchenbau entstand infolge der wachsenden Wallfahrt zum hl. Wolfgang als Wandpfeilerkirche mit Netzgewölbe im Herrschaftsgebiet der Grafen von Haag.
764 bis 783 Erwähnung einer Kapelle / um 1000 Bau einer Wolfgangskapelle über einer Quelle / 1430-1477 Neubau einer Kirche mit der Wolfgangskapelle als Seitenschiff / 1675-80: Barocke Neuausstattung / hochbarocker Altaraufbau um 1680 / 1733 Erhebung zum Kollegiatsstift / 1777 Dolorosa von J.B. Straub / 1803 Säkularisation / Gesamtrestaurierung 1987/88.
Der Überlieferung nach hat hier der Regensburger Bischof Wolfgang auf dem Weg ins Exil durch sein Gebet eine Quelle erweckt. Die darüber entstandene Kapelle mit dem Brünnlein blieb als tiefer liegendes Seitenschiff erhalten. Hochrangige Kunstwerke einer ehemals reichen gotischen Kirchenausstattung wurden in die barocke Gestaltung integriert. Dazu gehört der schwere schwarzgoldene Choraltar mit den Namenspatronen der Grafen Georg und Sigismund von Haag. Nach der Errichtung des von den Wittelsbachern längst gewünschten Stiftes wurde der Kirchenraum mit hochrangigen Kunstwerken wie versilberten Skulpturen von Christian Jorhan und der Dolorosa von Johann Baptist Straub bereichert.
Beim Betreten der Kirche dominiert der monumentale Kreuzaltar von 1490, der sich zur Entstehungszeit unter dem Chorbogen befand. Das bemalte mittelalterliche Holzrelief zeigt in herausragender schnitztechnischer Qualität die Kreuzigung Christi mit den beiden Schächern und mitten im Menschengedränge die Soldaten zu Pferd in kühner Perspektive. Die Hintergrundbemalung führt dabei in eine weite Berglandschaft. Ein hochbarocker markanter Altaraufbau mit gedrehten Säulen und Ohrmuschelwerk umrahmt die dramatische Szene.
In ausgesprochen eleganter Pose zielt der jugendliche Ritter mit seinem Speer auf den Drachen zu seinen Füßen. Die farbige Fassung der spätgotischen Skulptur mit der versilberten Rüstung, die vom schwingenden Mantel in Gold und Blau umfangen wird, unterstreicht dabei seine schlanke Linie und setzt mit dem zinnoberroten Schuh einen farbintensiven Akzent. Die Grafen Georg und Sigismund von Haag haben sich in den Assistenzfiguren des Choraltares mit ihren Namenspatronen ein Denkmal neben dem hl. Wolfgang gesetzt.
In der Nähe von Quellen entstanden schon früh die ersten Siedlungen. Über einer bestehenden Quelle wurde zunächst eine kleine Wolfgangskapelle erbaut, die später im 18. Jh. mit Gemälden und Stuck geschmückt wurde. Umfangreiche Mirakelbücher erzählen von vielen unvorhergesehenen Heilungen. Unter dem Altar entspringt heute noch die Quelle, bei der mit einer Schöpfkelle Wasser in einen Krug gefüllt und auch ein kleines Wolfgangsbeil als Wallfahrtsandenken mit nach Hause genommen werden kann.
Anfahrt im Auto, nächster Bahnhof Dorfen; nur teilweise barrierefreier Zugang.